Worauf achten
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Worauf Sie beim Kauf einer Rassekatze achten sollten!


Als erstes sollten Sie sich im Klaren werden, welche Rasse zu Ihnen passt. Informieren Sie sich gut über die infrage kommende Rasse und vor allem über die Charaktereigenschaften der Tiere, die Sie aufnehmen möchten. Nicht allein die Optik ist entscheidend sondern vor allem das Wesen der Tiere muss zu Ihrem Haushalt und den evtl. bereits vorhandenen Katzen unbedingt passen. Machen Sie nicht einzig und alleine den Anschaffungspreis eines Jungtieres zum Kaufkriterium! Kaufen Sie nicht übereilt, jede Katze ist schön und wird Sie verzaubern. Denken Sie daran, Ihre Entscheidung beeinflusst Ihr Leben für viele Jahre.

Wenn Sie sich für eine bestimmte Rasse entschieden haben, sollten Sie auf jeden Fall mehr als einen Züchter aufsuchen. Aber bitte niemals an einem Tag. Sie könnten ungewollt nicht erkennbare Infektionserreger von einem Züchter zum anderen mitnehmen. Beim Züchter Ihrer Wahl sollte es sauber sein und möglichst nicht zu sehr nach Katze riechen. Lebt allerdings ein potenter Kater mit im Haus, wird man das definitiv riechen. Aber es sollte auf keinen Fall intensiv stinken. Schauen Sie sich die Zucht an: Die Umgebung der Tiere sollte sauber sein, Spielzeug liegt herum, die Katzen dürfen sich frei bewegen, haben viel Platz und viele Kratzmöglichkeiten. Und an den Tapeten, Gardinen und evtl. auch am Mobiliar können Sie erkennen, dass die Katzen dauerhaft in diesen Räumen leben und nicht nur für Ihren Besuch aus einem Hinterzimmer geholt wurden. Der Umgang zwischen Züchter und Katzen ist liebevoll. Die Katzen sind zutraulich und verschwinden nicht sofort unter dem Sofa. Seien Sie bitte alarmiert, wenn Sie im gesamten Haushalt eines Züchters nur einen einzigen "Verkaufsraum" zu sehen bekommen, in dem eine Auswahl an Jungtieren auf Sie wartet. Lassen Sie sich auf jeden Fall das Muttertier und die Unterbringung der Kitten zeigen! Wenn alles übertrieben gepflegt aussieht, können Sie leider davon ausgehen, dass die Tiere diesen Raum normalerweise nicht betreten dürfen und höchstwahrscheinlich in einem abgetrennten Bereich oder Raum ohne ständige Zuwendung aufgezogen werden. Natürlich sollte auch das andere Extrem, nämlich unhygienische Zustände im Wohnraum oder verschmutzte und kränklich aussehende Katzen und Kitten Ihre Alarmglocken zum schrillen bringen. Die Katzen sollten einen sauberen, neugierigen, fröhlichen und vor allem gepflegten Eindruck machen und sich leicht zum spielen animieren lassen (sollten sie nicht gerade schlafen).

Achten Sie darauf, dass die Augen der Kitten glänzen und sauber sind (sie dürfen auf keinen Fall nass oder gerötet sein). Die Ohren sollten sauber und frei von Belägen/Verkrustungen (Verdacht auf Ohrmilben) sein. Ein glänzendes und weiches Fell ist ein wichtiges Indiz für die Gesundheit der Katzenkinder. Es gibt aber auch Rassen, wo ein strähnig wirkendes Fell gewünscht ist. Es sollten keine kleinen schwarzen Krümel (Flohkot) im Fell zu finden sein. Auch die Afterregion sollte frei von Kotresten und nicht gerötet sein.

Kaufen Sie niemals ein Tier aus separierter Haltung (Käfighaltung, Kellerhaltung, Dachboden) bzw. lassen Sie sich unbedingt die Gründe für eine separierte Haltung innerhalb des Züchterhaushalts erklären. (Es gibt durchaus Mutterkatzen, die es nicht zulassen, dass andere Katzen ihren Babys zu nahe kommen. Dann darf natürlich zum Schutz und Wohl aller Katzen auch mal die Tür zum Babyzimmer verschlossen sein).

Übernehmen Sie niemals ein Katzenkind, bevor es nicht mindestens 12 Wochen alt ist. Die Katzenkinder brauchen die Zeit mit der Mutter und den Geschwistern und lernen speziell in den letzten Wochen vor dem Umzug in ihr neues Zuhause alles, was sie für ein unbeschwertes Leben wissen müssen. Oftmals werden Katzen aus privater Hand zu früh von der Mutter getrennt, weil sie ab der 6-8 Lebenswoche nicht mehr ausschließlich durch die Mamakatze gesäugt werden. Das bedeutet sie verursachen beim Halter Kosten, da er spätestens ab diesem Zeitpunkt für ausreichend Katzenfutter auch für die Kitten sorgen müsste. Ein Kätzchen sollte bei Abgabe natürlich mehrfach entwurmt sowie geimpft sein.

Informieren Sie sich bitte über die Impfungen, die Ihre Wunschkatze bekommen wird bzw. schon bekommen hat. Im Impfpass sollten 2 Impfungen (8. – 10. Woche und 12. – 14 Woche) gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche eingetragen sein. Zudem sollte man mit dem Züchter bei Katzen, die einen – hoffentlich gesicherten - Garten zur Verfügung haben, Impfungen gegen das Feline Leukämie Virus (FeLV) und Tollwut besprechen.

Ihr zukünftiger Mitbewohner sollte auf jeden Fall einen Stammbaum besitzen. Dieser wird vom Verein, in dem ein seriöser Züchter Mitglied sein muss, ausgestellt sofern für die Elterntiere alle Vorgaben gemäß den Zuchtregeln eingehalten wurden. Hierzu gehört in den meisten Zuchtvereinen die Auflage, dass eine Zuchtkatze nicht mehr als 3 Würfe in 24 Monaten bekommen darf. Diese Regelung dient der weiblichen Katze zum Schutz vor Ausbeutung. Ein Stammbaum kostet je nach Verein zwischen 15,- und 35,- € und wird also niemals der Grund sein, warum eine Katze ohne Stammbaum zu einem sehr viel niedrigeren Preis (unter 400,- € oder zumindest in diesem preislichen Rahmen) angeboten wird. Rassekatzen von einem seriösen Züchter kosten – je nach Rasse – zwischen 650,- und 2.000,- €.

Informieren Sie sich bitte auch – im Internet findet man entsprechende Informationen – über eventuelle rassespezifische Erkrankungen. Diese gibt es in fast allen Rassen und ein verantwortungsbewusster Züchter wird Ihnen gerne entsprechende Untersuchungsergebnisse (egal ob für – hier sind nur einige aufgeführt – Herzerkrankungen (HCM), Nierenkrankheiten (PKD) oder genetisch bedingte Anämie (PK-Def.) oder Netzhautablösung (PRA) zur Verfügung stellen und Ihnen auf Wunsch mehr Informationen zu diesen Erkrankungen geben. Lassen Sie sich nicht von Ausstellungserfolgen mit vielen Pokalen oder hochkarätigen Ahnentafeln blenden. Diese haben mit der genetischen Gesundheit der Tiere nichts zu tun.

Bitten Sie vor der Übernahme des Kätzchens um ein aktuelles Gesundheitszeugnis in dem das Allgemeinbefinden des Kätzchens (Hautkrankheiten, Ungezieferbefall, Zahnstellung, Erkrankungsanzeichen, Knickschwanz, Hoden vorhanden, Gewicht) vom Tierarzt mit Stempel und Unterschrift attestiert wurde.

Auch in Deutschland gibt es zunehmend Züchter, die ihren Nachwuchs an Liebhaber bereits kastriert übergeben. Diese sogenannte Frühkastration bringt sowohl für das Kätzchen als auch den neuen Besitzer nur Vorteile und wird sicherlich in naher Zukunft die Regel sein.

Kaufen Sie ebenfalls niemals eine Katze direkt von einer Ausstellung. Warum sollte ein seriöser Züchter, dem seine Katzen am Herzen liegen, Ihnen einfach eine Katze mitgeben?! Er kennt Sie gar nicht und sieht Sie gerade das erste Mal. Zudem können Sie nicht wissen, wie der Züchterhaushalt aussieht, wie die Elterntiere leben und ob diese gesund sind. Eine Ausstellung bietet eine sehr gute Möglichkeit, sich über die Vielfalt der Rassen zu informieren, Züchter zu finden und erste Kontakte zu knüpfen – aber nicht mehr.

Ein seriöser Züchter wird schon vor einem Besuchstermin versuchen, Sie bei einem Gespräch etwas besser kennen zu lernen und erst dann entscheiden ob Sie für eines seiner Tiere in Frage kommen. Bitte fassen Sie dies nicht falsch auf, sondern sehen Sie in diesem Vorgehen seine besondere Vorsorge für das Wohl des bei ihm geborenen Jungtieres. Er hat abgesehen vom Geld, viel in die Zucht investiert, Zeit, Verantwortung, Gefühl, einschließlich Angst und Sorge, ob denn auch alles gut geht etc. Die Katzenkinder sind ihm ans Herz gewachsen, sie haben ihm auch viel Freude gemacht. Wundern Sie sich eher, wenn es ihm egal ist, bei wem und wie die Katzenkinder in Zukunft leben werden.

So verhält sich ein guter Züchter: Er wird Sie über Ernährung und artgerechte Haltung beraten. Er gibt niemals Kätzchen vor der 12. Lebenswoche ab. Er hat, außer in einem nachvollziehbaren Sonderfall, niemals viele Würfe zur gleichen Zeit. Er wird das Katzenkind, sollte es kränkeln, bei sich behalten und es auf keinen Fall krank übergeben. Er wird Kitten niemals in Einzelhaltung vermittelt, außer er stuft eine (meist ältere) Katze ausdrücklich als Einzelkatze ein. Er wird Ihnen idealerweise das Kätzchen persönlich ins neue Zuhause bringen, um sich selbst einen Überblick zu verschaffen und gegebenenfalls noch Hinweise und wertvolle Tipps geben zu können. Er interessiert sich dafür zu wem seine Kitten ziehen werden und wird Sie zu ihren Lebensumständen und zu Ihrem Katzenwissen ausfragen. Er wird Ihnen zusichern, dass er auch nach dem Kauf weiterhin als Berater zur Verfügung stehen wird, denn für seriöse Züchter ist eine Katze nach der Abgabe nicht aus „dem Sinn“. Er wird Sie nicht zum Kauf drängen; Sätze wie "Sie müssen sich aber schnell entscheiden", werden Sie bei ihm nicht hören. Im Gegenteil, er wird zu Geduld und zu angemessener Bedenkzeit raten. Er wird niemals eine Katze direkt von der Katzenausstellung verkaufen. So etwas ist absolut unseriös und auch laut Tierschutzgesetz verboten.

Werfen Sie auch gerne einen Blick auf die Website des Züchters Ihrer Wahl. Sie sollte transparent und aktuell sein. Ehemalige Zuchttiere „verschwinden“ nicht einfach, sondern es wird erwähnt, was mit ihnen passiert ist, bzw. wo sie jetzt leben (oftmals in einer Rubrik „ehemalige Zuchttiere“ oder „umgezogen“. Auch unschöne Dinge sollten eigentlich nicht verschwiegen werden und gehören durchaus auf eine Homepage, denn einen Züchter bei dem es keine Krankheiten oder Todesfälle gibt, wird es niemals geben.

Lassen Sie die Finger vom Kauf, wenn Ihnen irgend etwas missfällt. Versuchen Sie nicht, sich die Skepsis auszureden. Sie müssen überzeugt sein, das richtige Tier beim richtigen Züchter gefunden zu haben. Diese Überzeugung hat einen sehr großen Einfluss auf das gesamte Leben des gekauften Jungtieres bei Ihnen.

Es gibt übrigens noch etwas Schöneres als eine Katze: „zwei Katzen“ dann haben beide einen Spielgefährten, auch wenn ihre Menschen einmal nicht da sind!

Ich hoffe, dieser Artikel wird dabei behilflich sein, für Sie den richtigen Züchter für Ihr zukünftiges Familienmitglied zu finden.

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28.01.2018