Outcross
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Outcross oder Linienzucht?

Als Outcross wird die Verpaarung fremder, nicht verwandter Tiere bezeichnet. Hierbei besteht die Gefahr, dass genetische Fehler überdeckt, also verschleiert werden. Diese Defekte werden rezessive weitergegeben und überraschend können Gendefekte, die von beiden Seiten der Elterntiere genetisch getragen werden, plötzlich auftreten.

Man kann Glück haben und die Gene harmonieren miteinander, aber auch das Gegenteil kann der Fall sein, man bekommt dann eine sogenannte züchterische „Wundertüte“. Die Würfe sind oftmals sehr verschieden im Typ, in der Größe und auch verschieden im Wesen, da ist nichts Homogenes vorhanden und man kann teilweise nicht mal erkennen, dass es überhaupt Geschwister sind.

Unter Linienzucht versteht man die Verpaarung von Katzen mit gleichen Verwandten. Dadurch besteht die Möglichkeit gute Eigenschaften der Katzen zu festigen. Voraussetzung für eine Linienzucht ist ein gutes Wissen über die Blutlinien und die Vorfahren im Stammbaum der Katzen. Linienzucht wird gerne von Zuchtanfängern negativ hingestellt, da diese noch wenig bis keinerlei Erfahrung und Wissen haben und somit in der Praxis kaum Linienkenntnisse.

Überlegte und gut durchdachte Linienzucht mit einem dosierten Maß an Inzucht ist nötig um seiner Zucht ein eigenes Gesicht zu geben und sich einen gewünschten Typ, eine gewünschte Größe, einen gewünschten Charakter sowie sonstige Qualitäten und Gleichförmigkeit der eigenen Nachzucht durchzusetzen und immer wieder zu verbessern. Hierfür ist zwingend langjähriges züchterisches Wissen vom Linienhintergrund der eigenen Zuchttiere bis hin zu vielen Generationen, die schon hinten aus dem sichtbaren Stammbaum hinausfallen, notwendig.

Allerdings verstärkt man auch negative Eigenschaften, wenn man nicht vernünftig selektiert. Selbst wenn es sich um noch so schöne, rassetypische Tiere aus erfolgreichen Showtieren handelt, kann das Ergebnis unbefriedigend sein. Um seine Zuchtziele zu verwirklichen gehört neben einer gut durchdachten Linienzucht auch eine gnadenlose Selektion ohne Kompromisse, sollten die Ergebnisse nicht wie gewünscht ausfallen.

Natürlich steht an allererster Stelle die Gesundheit der Tiere. Linienzucht ist dazu gedacht etwas zu festigen. Man setzt keine Linienzucht oder gar Rückverpaarungen ein, bei Verdacht auf Defekte in der Linie ein. Es bleibt zu berücksichtigen, das bestimmte Anlagen und Merkmale (Positive & Negative), oftmals eine Generation überspringen, so das die Gene der Großeltern einen besonderen Stellenwert haben und der Züchter lernt, ob sie vererbungssicher und frei von Mängeln über Generationen sind. Hat man sich als Züchter eine saubere Linie über Generationen herausgezüchtet kann man mit einem Outcross versuchen bestimmte Merkmale fremder Linien einzukreuzen und evtl. seine Linie verbessern. Dies ist in bestimmten Abständen auch erforderlich, da reine Linienzucht mit immer den gleichen Blutlinien auf Dauer zum Verlust der genetischen Vielfalt in den Linien führt.

Der Ausgang einer Outcross-Verpaarung ist immer ungewiss. Dadurch, dass man zu 50 % neues Erbgut einbringt, kann man sich durchaus das bereits erreichte Ziel ruinieren, es kann aber auch zu einem guten Ergebnis führen. In so einem Fall sollte man züchterisch aber in der nächsten, spätestens übernächsten Generation wieder in seine eigenen Linien zurückzugehen. Mehrere Outcrossverpaarungen in Folge, sind meistens das Aus (s)einer Linienzucht, denn es entstehen Tiere mit sehr gemischtem Erbgut, welches eben aus den verschiedenen Vorfahren der eingekreuzten Linien stammt. Von solchen Verpaarungen sind die Erwartungen an gute Zuchtergebnisse und gute rassetypische Merkmale reine Spekulation.

Züchten heißt, Linienverflechtungen die man über Jahre weiterzüchtet und die gut durchdacht sind.
 

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20.06.2017