Mikrochip
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Kennzeichnung durch Mikrochip und neuer Heimtierausweis

Von Kennzeichnung spricht man, wenn ein Haustier (Hund, Katze oder Frettchen) eindeutig durch eine nur einmal vergebenen Nummer oder Zahlenkombination zu identifizieren ist. Für die Kennzeichnung gibt es zwei Möglichkeiten: Die unter Narkose stattfindende Tätowierung im Ohr des Tieres oder das vollkommen schmerzlose implantieren eines Mikrochips (chippen). Der Mikrochip - auch Transponder genannt –wird einer Spritze ins Gewebe in die linke Nackenseite (international festgelegte Stelle) injiziert. Er ist ein fälschungs- und manipulationssicherer "Personalausweis" des Tieres und wird normalerweise ein Leben lang funktionsfähig bleibt. Der Chip ist ca. 2 x 12 mm groß, besteht aus einer gewebeverträglichen Glashülle und enthält eine Antennenspule und Chip mit gespeicherter Identifikationsnummer. Der Chip ist inaktiv, d. h. die Spule wird erst durch ein Lesegerät mittels Radiowellen im Niedrigfrequenzbereich aktiviert und angeregt, Daten zu übertragen. Die Reichweite des Chips kann je nach Hersteller variieren, die maximale Entfernung zwischen Lesegerät und Transponder beträgt bei ISO-konformen Chips 30 cm.

Die 15-stellige Kenn-Nummer eines Mikrochips ist weltweit einzigartig und setzt sich aus dem 3-stelligen Ländercode (276 für Deutschland, 040 für Österreich, 756 für die Schweiz, 056 für Belgien, 528 für die Niederlande, 250 für Frankreich, 380 für Italien, 724 für Spanien und 826 für England) und der 12-stelligen ID-Nummer zusammen. Diese Chip-Nummer entspricht mittlerweile dem ISO-Standard und wurde damit weltweit vereinheitlicht. Damit wurden frühere Probleme, dass nicht jedes Lesegerät jeden Chip lesen konnte, beseitigt. Zum Chip werden meist mehrere selbstklebende Barcode-Etiketten mitgeliefert, die z. B. für Impfpass, Zuchtpapiere oder Stammbaum verwendet werden können.

Ein Wandern des Chips im Körper des Tieres ist äußerst unwahrscheinlich. Kurz nach dem injizieren beginnt dieser mit dem umliegenden Gewebe zu verwachsen und kann die Gewebeschichten direkt unter der Haut nicht eigenständig verlassen und beispielsweise in das Herz oder das Gehirn wandern. In seltenen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass der Chip innerhalb des Gewebes wandert und mit einem Lesegerät an der implantierten Stelle nicht mehr ausgelesen werden kann.

Eine eindeutige Kennzeichnung hilft, das Tier dem Besitzer zuzuordnen, wenn es verloren gehen sollte. Gefundene Tiere landen in Tierheimen, bei Tierschutzorganisationen oder verletzt in einer Tierarztpraxis. Bei einer eindeutigen Kennzeichnung UND der entsprechenden Registrierung in einer Datenbank wie z. b. Tasso kann der Besitzer sofort ermittelt und verständigt werden. Erst beides zusammen, Kennzeichnung und Registrierung, ermöglichen die Identifizierung eines Tieres.

Außerdem ist ein Mikrochip im Streitfall (z.B. bei Tierdiebstahl) ein eindeutiger Eigentumsnachweis. Für Züchter ist die Kennzeichnung auch zum Nachweis der Abstammung wichtig, auch kann das Tier zweifelsfrei dem Impfpass zugeordnet werden.

Auch für Reisen mit Heimtieren ins Ausland ist eine Kennzeichnung vorgeschrieben, da diese – und NUR diese - Voraussetzung für das Ausstellen des EU-Heimtierausweises ist. Es kommt immer wieder zu Verunsicherungen, da oftmals – auch von eigentlich fachkundigen Stellen – die Information herausgegeben wird, dass der neue EU-Heimtierausweis nur ausgestellt wird, wenn das Tier gegen Tollwut geimpft wird/wurde. Diese Tatsache ist definitiv NICHT richtig. Die Voraussetzung für das Ausstellen des EU-Heimtierausweises ist NUR der Mikrochip. Jedoch ist die Tollwutimpfung Voraussetzung für Reisen ins Ausland. (siehe auch FAQ Fragen zum neuen Heimtierausweis weiter unten im Text.)

Wer mit seinem Tier keine Auslandsreisen antreten will, kann nach wie vor den einfachen gelben Impfausweis für die Eintragung der Impfungen – und auch des Mikrochips – bei seinem Tierarzt bestellen und nutzen.

Der neue Heimtierausweis, der seit dem 29.12.2014 gültig ist, ist primär ein Identitätsnachweis und sekundär eine Impfbescheinigung, das äußere Erscheinungsbild wie auch das Format des Ausweises hat sich nicht geändert.

In den neuen Heimtierausweis muss folgendes eingetragen und beim Ausfüllen beachtet werden:

Auszüge aus der Seite der Tierärztekammer Hamburg
(www.tieraerztekammer-hamburg.de/eu-heimtierausweis.html)

Der Ausweis darf nur von ermächtigten Tierärztinnen und Tierärzten ausgestellt werden.

Diese müssen vor Ausstellen des Ausweises kontrollieren, ob das Heimtier ordnungsgemäß gekennzeichnet ist bzw. es erst mit einem Mikrochip zu kennzeichnen und danach zu impfen und die entsprechenden Angaben im Pass einzutragen. Dieses kann während des gleichen
Tierarztbesuchs erfolgen.

Die Felder zur Beschreibung des Tieres und die Daten des Tierhalters sind vom ermächtigten Tierarzt auszufüllen.

Der Tierhalter muss danach diese Angaben unterschreiben. Die Tätowierungsstelle ist anzugeben, falls das Tier vor dem 3. Juli 2011 durch Tätowierung gekennzeichnet wurde.

Alle Datumsangaben müssen vollständig mit vierstelliger Jahreszahl eingetragen werden. Die Felder zur Beschreibung des Tieres und die Daten des Tierhalters sind vom ermächtigten Tierarzt auszufüllen.

Bei Tollwut-Erstimpfung oder nach Ablauf der Gültigkeit von Wiederholungsimpfungen (siehe Herstellerangaben) ist anzugeben, ab wann die Impfung gültig ist. (nach 21 Tagen) Der Tierarzt ist verpflichtet, die Seite mit den Angaben zur Kennzeichnung des Tieres mit einer selbstklebenden Laminierung zu versiegeln, sobald die erforderlichen Informationen erfasst sind.

Ebenfalls entsprechend versiegelt werden müssen im Ausweis befindliche Aufkleber mit Informationen zur Tollwutimpfung, sofern sie nicht unbrauchbar werden bei Entfernung. Es ist aber möglich und erlaubt die Tollwutimpfung (wie auch andere Impfungen) handschriftlich einzutragen, dann entfällt die Pflicht zum Laminieren.

Name und Kontaktinformationen inkl. E-Mail-Adresse des ausstellenden Tierarztes müssen in Abschnitt IV eingetragen und von diesem unterschrieben werden.

Der den Ausweis ausstellende Tierarzt ist verpflichtet, die Ausweisnummer zusammen mit der alphanumerischen Nummer des Transponders oder der Tätowierung, den Ort der Kennzeichnung, den Zeitpunkt der Anbringung oder des Ablesens der Kennzeichnung sowie dem Namen und die Kontaktinformationen des Tierhalters für einen von der zuständigen Behörde zu bestimmenden Mindestzeitraum, der drei Jahre nicht unterschreiten darf, aufzubewahren.

Als Übergangsbestimmung, durch die die administrative und finanzielle Belastung der Tierhalter begrenzt werden soll, behalten EU-Ausweise, die vor dem 29. Dezember 2014 ausgestellt wurden, ihre Gültigkeit, solange das betroffene Tier lebt.

Regelungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU
www.bmel.de/DE/Tier/HausUndZootiere/Heimtiere/_Texte/Heimtierausweis.html

Pro Person dürfen im Reiseverkehr höchstens 5 Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) mitgeführt werden. Die Tiere dürfen nicht dazu bestimmt sein, den Besitzer zu wechseln. Aufgrund der Verordnung (EU) Nr. 576/2013 sowie der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013, die ab 29. Dezember 2014 gelten, muss für Hunde, Katzen und Frettchen, die innerhalb der Europäischen Union grenzüberschreitend transportiert werden, grundsätzlich ein Heimtierausweis nach einheitlichem Muster mitgeführt werden. Dieser Pass muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, das heißt das Tier muss mittels Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer im Pass eingetragen sein. Seit dem 3. Juli 2011 ist für neu gekennzeichnete Tiere der Mikrochip verpflichtend.

Impfschutz gegen Tollwut
Neben Angaben zu dem Tier und seinem Besitzer muss der Heimtierausweis den tierärztlichen Nachweis enthalten, dass das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt. Da für die Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes eine Zeitspanne von 21 Tagen erforderlich ist, bedeutet dies im Falle einer Erstimpfung, dass diese mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt erfolgen muss. Wird eine Wiederholungsimpfung erst nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der letzten Impfung verabreicht, so entspricht diese Impfung einer Erstimpfung (Gültigkeitsdauer der Impfung ist im Pass vermerkt).

Verbot der Ein- und Durchreise mit Welpen unter 15 Wochen
Auch Welpen dürfen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz nach Deutschland einreisen bzw. Deutschland im Transit passieren. Da die Tollwut-Erstimpfung frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden darf und es danach weitere 21 Tage bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes dauert, können Welpen frühestens im Alter von 15 Wochen ein- bzw. durchreisen.

Weitere Informationen bezüglich Reisereglungen können Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finden.
www.bmel.de/DE/Tier/HausUndZootiere/Heimtiere/_Texte/HeimtiereEinreiseregelung.html

Auszüge aus FAQ – Fragen von Tierärzten zum neuen Heimtierausweis und Antworten der BGV
(Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz)
www.tieraerztekammer-hamburg.de/faq-zum-heimtierausweis.html


Welche Form der Tollwuteintragung:
Gibt es in der neuen EU Verordnung einen Hinweis wie die Tollwutimpfung einzutragen ist? Ob mit Aufkleber oder handschriftlich mit Name des Impfstoffes und Chargen-Nummer?

Antwort BGV: Es gibt keine Vorgaben zur Art der Eintragung (Aufkleber oder handschriftlich), sondern lediglich Vorgaben zum Inhalt (Hersteller, Name des Impfstoffes und Chargennummer)

Die handschriftlichen Tollwuteintragung:
Wenn der Tollwutimpfstoffeintrag handschriftlich erfolgt, dann ist ein Überkleben nicht notwendig, nur einen Tollwutimpfungsaufkleber muss ich überkleben?

Antwort BGV: Nach Teil Anhang III, Teil 2, Buchstabe b) der Verordnung (EU) Nr. 577/2013 gilt: „Befinden sich die Informationen auf einer der Seiten des Ausweises auf einem Aufkleber, so ist dieser mit einer transparenten selbstklebenden Laminierung zu versiegeln, sofern er nicht unbrauchbar wird, wenn man ihn entfernt“

Stempel für Adressfelder:
Dürfen zur Adressangabe Stempel/ Aufkleber verwendet werden, die laminiert werden? Dies betrifft einerseits die Adressangaben der Besitzer/ Züchter, andererseits die Angaben der Tierarztpraxis (S.4)

Antwort BGV: Nach Art. 22 der Verordnung (EU) Nr. 576/2013 müssen alle einschlägigen Eingabefelder des Ausweises ordnungsgemäß ausgefüllt werden. Ein Stempel oder ein Aufkleber, würde nie genau alle Felder mit den vorgeschriebenen Angaben erfassen (also Nachname bei Nachname, Vorname bei Vorname etc.) und kann daher nicht akzeptiert werden. Darüber hinaus sind die Angaben zum ermächtigten Tierarzt immer zusätzlich zum Stempel und der Unterschrift einzutragen.

Eintragung und Prüfung des Besitzers im Heimtierausweis:
Die neuen Heimtierausweise haben nur noch 2 Felder für die Angaben des Tierhalters, so ein Ausweis ist daher schnell voll, daraus ergeben sich einige Fragen. Müssen grundsätzlich immer die aktuellen Besitzer eingetragen werden? D. h. muss ich als berechtigter Tierarzt bei jeder Vorlage eines Heimtierausweises und Impfeintragung die Besitzerdaten kontrollieren?

Antwort BGV: Ja, es ist immer der aktuelle Besitzer einzutragen und eine Kontrolle sollte erfolgen, da er ermächtigte Tierarzt die Richtigkeit der Eintragungen bescheinigt. Wenn im Heimtierausweis nur zwei Felder für Besitzerangaben vorhanden sind, ist dieser in der Tat sehr schnell voll. Die drucklegenden Firmen dürfen aber Heimtierausweise mit mehr Seiten für Besitzerdaten ausgeben. Davon machen auch einige Firmen in Deutschland Gebrauch.

Züchter als ersten Besitzer:
Wenn ich für den Wurf eines Züchters Heimtierausweise ausstellen soll, muss der Züchter dann als erster Besitzer eingetragen werden oder kann man warten bis zum Käufer? Antwort Tierärztekammer Hamburg: Sie müssen den Züchter als ersten Besitzer eintragen. Das Gesetz fordert, dass immer der aktuelle Besitzer in den Heimtierausweis eingetragen wird, in diesem Fall ist es der Züchter. Man könnte auch für die Welpen beim Züchter zuerst einen gelben Impfausweis auszustellen und erst dann für den neuen Besitzer einen Heimtierausweis.

Volles Adressfeld und neuer Heimtierausweis:
Wenn zwei Besitzer eingetragen sind, muss ich einen neuen Ausweis ausstellen oder darf man ein Besitzerfeld überkleben und dort den neuen Besitzer eintragen und unterschreiben lassen? (Wird von einigen Veterinärämtern in der BRD empfohlen). Antwort BGV: Wenn alle Felder für Besitzerdaten voll sind, ist ein neuer Ausweis auszustellen. Ein Überkleben ist auf gar keinen Fall zulässig und würde den Ausweis ungültig machen.

Übertragung von Impfungen in einen neuen Heimtierausweis:
Wenn ein neuer Heimtierausweis ausgestellt werden muss, wie übertrage ich rechtssicher die Impfungen aus dem alten in den neuen? Muss ich vermerken, dass dies ein Übertrag ist, welcher Tierarzt die Erstimpfungen durchgeführt hat sowie die Nummer des alten Heimtierausweises? Wo?

Antwort BGV: Die Impfung kann übertragen werden, wenn das Tier ordnungsgemäß gekennzeichnet ist und sich auch sonst kein offensichtlicher Fehler in den Eintragungen befindet. Ein Hinweis auf den alten Heimtierausweis oder dortige Eintragungen ist nicht vorgesehen.

Verbleib des alten Heimtierausweises:
Muss der alte Heimtierausweis aufgehoben werden und bei wem? Besitzer, Tierarzt? Antwort BGV: Der vorherige Ausweis sollte vom aktuellen Besitzer aufbewahrt und sollte in Zweifelsfällen (insbesondere bei Reisen in ein nicht-europäisches Ausland) vorgelegt werden können.

Ausstellung eines Heimtierausweises ohne Tollwutimpfung:
Kann ich einen Heimtierausweis ausstellen ohne eine Tollwutimpfung vorzunehmen? Antwort TK Hamburg: Kurz gesagt, ja, der ermächtigte Tierarzt kann einen Heimtierausweis ohne einen Impfeintrag ausstellen. Unter welchen Voraussetzungen ein EU-Heimtierausweis durch einen ermächtigten Tierarzt auszustellen ist, wird durch § 22 Abs. 1 der EU-Verordnung 576/13 festgelegt. Es ist u. a. nicht erforderlich, Angaben über Tollwutimpfung oder Angaben über die Einhaltung der Gesundheitsmaßnahmen zur Vorbeugung gegen andere Krankheiten oder Infektionen als Tollwut zu machen. Das ergibt sich aus dem Verweis in Art. 22 Absatz 1 lit. b) auf Art. 21 Abs.1 der Verordnung. Die anderen Eintragungen (Angaben zum Tier, Transponder, Besitzerangaben etc.) sind aber zwingend notwendig.

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13.02.2017