abzugeben
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abzugeben


Auf der Seite einer Züchterbekannten beginnt diese Seite mit „die Seite, die ich am wenigsten mag“. Dieser Satz trifft auch genau meine Empfindungen, und ich glaube, das Abgeben gerade von erwachsenen Tieren, fällt keinem Züchter leicht, aber manchmal muss es zum Wohl des Tieres oder der ganzen Gruppe einfach sein.

Nicht alle Katzen leben gerne in einer größeren Gruppe, manche Tiere wären mit einer Bezugsperson und nur einer Katze oder sogar als Einzelkatze glücklicher, anderen Tieren fällt es vielleicht schwer, den Trubel mit und um Babys zu verkraften. Nach einer Kastration fallen Tiere, die in der Gruppe als potentes Tier einen ranghohen Platz hatten, in der Regel auf den rangniedrigsten Platz zurück, was das Zusammenleben für sie nicht immer einfach macht.

Ich versuche für jedes meiner Tiere, das sich in der Katzengruppe nicht mehr wohl fühlt, ein liebevolles Zuhause, dass dann hoffentlich ihr/sein Platz bis ans Lebensende sein wird, zu finden. Das bedeutet aber nicht, dass ich diese Tiere schnellstmöglich „loswerden“ möchten. Im Gegenteil, ich bemühe mich ganz besonders die Bedürfnisse des Tieres zu respektieren. Daher ist das Finden eines neuen Heimes für meine „Rentner“ auch keine Frage des Preises, sondern der Qualität, das heißt, wenn ich diese sehr lieb gewonnenen Tiere schon abgeben muss, möchte ich für sie das Zuhause, welches ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht. Wichtig ist auch: Meine Kastraten werden von mir persönlich in das neue Heim gebracht. In der Regel handelt es sich um Tiere im Alter von 2 - 6 Jahren, sie sind bei Abgabe generell kastriert.

Meine abzugebenden Katzen haben alle einen Stammbaum der FIFé, sind gechippt und geimpft und werden mit einem Starterpaket (gewohntes Futter und Lieblingsspielzeug) abgegeben. Sie kennen gesicherten Balkon und gesicherte Terrasse. Es wäre schön, wenn auch im neuen Zuhause die Möglichkeit bestehen würde, ein wenig frische Luft zu schnappen. Sollte dies baulich allerdings nicht möglich sein – Somalis und Abessinier müssen nicht raus! Eine katzengerechte Wohnung ist allemal besser als die Gefahren des Freilaufes. Allerdings gebe ich meine „Auswanderer“, egal wie dringend ich einen neuen Lebensplatz für sie suche, nicht in ungesicherten Freilauf ab.

Wenn Sie sich für meine Abgabetiere interessieren, melden Sie sich gern bei mir. Selbstverständlich auch, wenn Sie noch weitere Fragen haben. Ein persönliches Kennenlernen ist mir sehr wichtig. Also machen Sie einen Kuscheltermin mit aus und besuchen Sie mich und meine Katzen.
 

Gedanken zur Abgabe von ehemaligen Zuchttieren:

Hin und wieder liest man in Foren und Internetauftritten von Züchtern, die zur Abgabe von Kastraten eine andere Einstellung haben als ich, dass man eine „Durchlaufcattery“ sei. Diesen Schuh möchte ich mir aber nicht anziehen. Im Laufe von über 14 Jahren Zucht haben natürlich einige Katzen unser Haus wieder verlassen. Wenn ich das nicht so gehandhabt hätte, könnte man mir mit Recht eine Art Animal-Hording vorwerfen, denn die Anzahl der Katzen, die dann bei mir leben würden, wäre meiner Meinung nach absolut nicht mehr artgerecht zu händeln.
 

Auch gebe ich meine Kitten/Jungtiere kastriert ab, was Neider dazu veranlasst, zu behaupten, ich würde circa 10 ehemalige Zuchttiere pro Jahr abschieben. Sie dürfen sich gerne in meiner Wurfhistorie selber ein Bild davon machen, bei mir sind ALLE meine Tiere (bei mir geboren und dazu gekauft) aufgeführt, entweder bei aktuellen Zuchttieren, bei Kastraten oder im Bereich Umgezogen.

Auch ich habe lange geglaubt, dass ich es schaffe eine größere Zahl meiner ehemaligen Zuchtkatzen als Kastraten zusätzlich zu meinen aktuellen Zuchtkatzen zu behalten. Aber jede Katze hat ein Recht auf ganz individuelle Kuschel- und Schmuseeinheiten. Ab einer bestimmten Anzahl von Tieren ist das aber in einem Zwei-Personen-Haushalt schlichtweg nicht mehr umzusetzen. Jedes Tier hat es verdient, die volle Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen.
 

Obwohl es mir das Herz zerreißt, sehe ich es als meine Pflicht, individuell und zum Wohl des Tieres zu entscheiden. Und das bedeutet dann auch, für einige meiner ehemaligen Zuchttiere einen Liebhaberplatz auf dem Sofa zu suchen. Wir Menschen sind es, die für unsere Katzen Zuchtpläne machen, aber wir haben auch die Aufgabe zu erkennen, ob wir da in dem einen oder anderen Fall nicht zu sehr nach unserem Ego handeln. Auch bin ich nicht der Meinung, dass Zuchtkatzen, über viele Jahre jedes Jahr mehrere Würfe aufziehen müssen. Das ist für mich definitiv Ausbeutung, egal ob die Katze einen zufriedenen Eindruck macht oder nicht. Wissen wir denn, ob es wirklich der Wunsch der Katze ist, Babys zu bekommen? Sie wird im Normalfall ihrem Instinkt folgen und ihre Babys aufziehen. Genauso wie sie ihrem Instinkt folgt und eine Deckung zulässt, wenn sie rollig wird und ein Kater vorhanden ist. Aber ist sie wirklich glücklich dabei? Nicht für jede weibliche Katze ist die Mutterrolle die Lebenserfüllung. Und schon sind wir wieder bei der Verantwortung des Menschen, individuell zum Wohl des entsprechenden Tieres zu entscheiden.
 

Im Laufe von über 15 Jahren Zucht habe auch ich leider schon viel zu oft Zuchtpläne ändern müssen. Ich musste auch schon zugekaufte Tiere, von denen ich mir sehr viel für meine Zucht versprochen habe, abgeben ohne jemals Babys von ihnen gehabt zu haben. Aber all das gehört meiner Meinung nach zu meiner Verantwortung dazu.
 

Aktuell habe ich keine Katzen, die ein neues Zuhause suchen.

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15.02.2021